Genre: Humor & Skurriles, Liebe & Beziehungen, Religion & Kultur
Seitenzahl: 284 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2009
Mims Bewertung:
Daniel ist ein netter, einfühlsamer Mann, der sich immer bemüht, ja niemandem auf die Füße zu treten – so wurde er schließlich von seinen links-alternativen, wahnsinnig toleranten Eltern erzogen. Im Prinzip ist er ein richtiger Frauenversteher. Nur leider hilft ihm das beziehungsmäßig so überhaupt nicht weiter – der liebe Knuddelbär ist nun mal nicht das, was die Frauen wollen. Doch dann lernt Daniel im Türkeiurlaub, wo sein Freund Mark als Animateur arbeitet, die Türkin Aylin kennen, die die Nase voll von Machos hat und die genau so einen süßen Kerl wie Daniel sucht. Die Beziehung fängt toll und harmonisch an – aber sie gestaltet sich schwieriger, als Daniel Aylins türkische Großfamilie kennen lernt und einen guten Eindruck machen will. Hin und her gerissen zwischen seiner Erziehung und der Tatsache, dass er sich “männlich” geben sollte, wodurch er dafür die Rücksicht ein bisschen zurückstecken muss, tappt er von einem Fettnäpfchen ins nächste…
Ich habe eigentlich gar nicht so viel erwartet. Ein drei Sterne-Buch mit ein paar “good laughs” vielleicht, schlecht geschrieben, aber amüsante Lektüre. Macho Man hat mich dann doch ganz schön positiv überrascht. Netenjakob zeigt den Protagonisten, der sich zwar oft genug verdammt blöd anstellt, aber den man einfach gerne haben muss, im schlimmsten vorstellbaren Kulturdilemma, und ohne übertrieben zu karikieren, stürzt er ihn pausenlos in Verzweiflung. Auch Aylin ist sympathisch und versucht so gut wie möglich zwischen ihrer Familie und ihrem nun einmal etwas uncoolen Freund zu vermitteln, und nebenbei wird mit einer Handvoll Klischees doch noch aufgeräumt. Netenjakob erzählt wohl auch direkt aus Erfahrung, da auch seine Frau Türkin ist. Das Einzige, was genervt hat, waren Daniels und Marks ewige Imitationen (Udo Lindenberg, Reiner Calmund und was weiß ich noch alles), die wohl dazu beitragen sollten, zu unterstreichen, was die beiden für schräge Vögel sind – davon hätte ich nicht unbedingt so viel lesen müssen.
