Mim | 2. Februar 2010 | 02:02
Steve Lopez:

»Der Solist«

»Der Solist«

Genre: (Auto-)Biografisch, Drama & Trauriges, Liebe & Beziehungen, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: “The Soloist. A Lost Dream, an Unlikely Friendship and the Redemptive Power of Music” #usa
Seitenzahl: 316 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2008
Mims Bewertung: 4*

Steve Lopez, ein Kolumnist aus Los Angeles, ist auf dem Weg ins Büro, als ihm ein Obdachloser auffällt, der auffallend berührend Geige spielt. Als er ihn anspricht, stößt er zunächst auf Ablehnung, kann aber nach einer Weile sein Vertrauen gewinnen. Der Mann, ein Schwarzer um die fünfzig, heißt Nathaniel Ayers und hat früher einmal an der Juillard Kontrabass studiert, ein vielversprechendes Talent, bis er unter dem starken Druck an Schizophrenie erkrankte und sein Leben immer mehr zu Trümmern zerfiel. Zuerst schreibt Lopez nur eine Kolumne über den faszinierenden Musiker, doch es entwickelt sich mehr und mehr eine tiefe Freundschaft zwischen den Männern, als Lopez alles Erdenkliche tut, um Nathaniel das Leben zu erleichtern. Doch dessen Weigerung, Veränderungen jeglicher Art zu akzeptieren, zeigt sich immer wieder als Problem…

Der Solist ist eine aus dem Leben gegriffene, da wahre Geschichte, und sie ist in vieler Hinsicht faszinierend. Lopez portätiert Nathaniel als einen symapthischen und intelligenten Menschen, ohne dabei zu beschönigen, wie er es ihm in vielen Situationen schwer gemacht hat und wie anstrengend er oft sein mochte – ein vollkommen abgerundetes Bild. Dazu beschreibt er seine eigenen Bemühungen, lässt aber nicht aus, wie oft er selbst Zweifel oder einfach die Nase voll hat. Und noch dazu schafft er es, die Musik auf ganz bildliche Art und Weise in Worte zu fassen. Im Großen und Ganzen ist es Lopez gelungen, autobiografische Erlebnisse in einen zusammenhängenden und nicht zu emotionsüberladenen Roman zu verpacken, was viele Autoren bei ihren Erfahrungsberichten nicht hinbekommen. Das Einzige, was ich zu bemängeln habe, ist leider nicht greifbar, und zwar hat meine Konzentration oft nach einem oder zwei Kapiteln stark nachgelassen, sodass ich sehr viele Seiten doppelt und dreifach lesen musste. Vielleicht liegt das ja auch an mir, aber so gut und schön manche Szenen waren, waren doch auch ein paar eher zähe Stellen dabei.

Bewerten
(0 Stimmen) Loading ... Loading ...
Kommentieren