Genre: Drama & Trauriges, Liebe & Beziehungen Orginaltitel: “Set This House in Order. A Romance of Souls”
Seitenzahl: 714 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2003
Mims Bewertung:
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Andrew Gage führt ein ungewöhnliches Leben – aber er führt es nicht alleine. Er ist nämlich Teil einer multiplen Persönlichkeit. Er ist dafür zuständig, den Körper im Alltag zu lenken, aber dann gibt es da – unter vielen anderen – noch Adam, den Teenager, der manchmal zu Wutausbrüchen neigt, Seferin, den Starken, Tante Sam, die sich auch gerne kreativ betätigt, Jake, das Kind und Aaron, Andrews Vater, der sich mit einer Psychotherapeutin darum gekümmert hat, ein “Haus zu bauen”. Das ist die Methode, mit der die verschiedenen Persönlichkeiten des ursprünglichen Andy Gage es schaffen, sich zu organisieren – mit einem Haus im Kopf, wo jeder sein eigenes Zimmer hat.
Andrew hat sich auf diese Weise ziemlich gut im Griff. Doch dann stellt seine Chefin ein Mädchen namens Penny Driver ein, das ganz offensichtlich auch unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidet – leidet im wahrsten Sinne des Wortes: sie weiß selbst nicht, was los ist, und stolpert verunsichert und verängstigt von Blackout zu Blackout. Andrew nähert sich ihr vorsichtig, doch da er weiß, dass eine MPS immer von schweren Traumata verursacht wird, muss er dabei sehr behutsam vorgehen. Und dann tun sich in seinem eigenen “Haushalt” doch noch ebenfalls Probleme auf…
Dieser Roman war so ziemlich das Erste, was ich im Medienbereich (Film, Serien, Bücher…) zu Gesicht bekommen habe und was das Thema MPS tatsächlich so authentisch herübergebracht hat, wie ich es selbst in Foren zum Thema von Betroffenen gelesen habe. Ich habe mich zwar trotzdem oft dabei erwischt, zu denken “ist halt ein Roman” und bin dann draufgekommen, dass ich es so in der Art ja schon einmal in wirklichen Erfahrungsberichten gelesen habe. Mit Humor, aber mit dem nötigen Respekt gibt Ruff eine Einführung in das Thema MPS und beschreibt das Leben eines Betroffenen, wobei er sowohl auf die Probleme im Alltag als auch den traumatischen Hintergrund achtet (sonst wird nämlich mindestens einer dieser Faktoren immer ausgelassen, da oft nur darauf geachtet wird, dass es nun mal ein faszinierendes Thema ist), und bindet all das trotzdem auch noch in eine kohärente – oder sagen wir: stellenweise wahnsinnig spannende – Handlung ein. Für den Umgang mit dem Thema also nur Pluspunkte. Gestört hat mich nur ein kleines bisschen der Krimi-Charakter, der am Ende hinzukam, das hätte es meiner Ansicht nach nicht gebraucht, da es allein auf psychologischem Niveau genug Handlungsstoff gab.









