Mim | 8. May 2010 | 19:05
Daniel Kehlmann:

»Ruhm«

»Ruhm«

Genre: Drama & Trauriges, Gedichte & Kurzgeschichten, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: #ger
Seitenzahl: 203 (Hardcover)
Erscheinungsjahr: 2009
Mims Bewertung: 4*
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Neun Geschichten – neun Leben, die sich ab und zu überschneiden – neun Situationen, manche ausweglos, manche verwirrend oder unwirklich. Sie handeln von einem Mann, der ein Handy kauft und in Versuchung gerät, eine neue Identität anzunehmen; einem neurotischen Schriftsteller, der zweimal mit einer Frau reist; eine Romanfigur, die sich nicht damit abfinden kann, dass sie sterben soll; einem bekannten Schauspieler, der nach und nach seine Identität verliert; einem weiteren Schriftsteller, der mit dem Gedanken spielt, sich umzubringen; einer Frau, bei einer Reise zurückgelassen wird und in einem fremden Land feststeckt; einem Internetblogger, der es mit seinem Wunsch nach Aufmerksamkeit übertreibt; ein Abteilungsleiter, der ein Doppelspiel mit zwei Frauen treibt.

“Ruhm” ist ein ziemlich interessantes Buch. Am Anfang habe ich mich ziemlich hineingestürzt und hätte mir fast erwartet, dass das Geflecht aus den handelnden Personen noch dichter wird und sich vieles erst dadurch auflöst, dass man die Geschichten aus mehreren Blickwinkeln erlebt. Eigentlich beschreiben aber die neun Geschichten jeweils ganz eigene Situationen. Sie ließen sich relativ schnell lesen, da man immer wieder mit einer neuen Person konfrontiert wurde und gespannt darauf ist, was diesmal passiert. Jetzt, wo ich aber erst eine längere Zeit nach dem Lesen eine Rezension schreibe, bemerke ich auch, dass mir einige der Geschichten kaum im Gedächtnis geblieben sind. Das kann auch daran liegen, dass natürlich jeder Charakter nur kurz beschrieben wird, eigentlich bekommt man jeweils auch nur einen kurzen Einblick in eine kurze Lebensphase. Finde “Ruhm” daher ein sehr interessantes und auch gelungenes “Experiment” (ohne mit diesem Wort den literarischen Wert des Romans herabspielen zu wollen), habe aber kaum eine nachhaltige Botschaft entdeckt, wie ich sie aufgrund des Titels erwartet habe.

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