Mim | 9. April 2010 | 00:04
George Orwell:

»1984«



Genre: Politik & Gesellschaft, Science Fiction & Horror
Orginaltitel: “Nineteen Eighty-Four” #usa
Seitenzahl: 273 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 1949
Mims Bewertung: 4*
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Winston Smith lebt im Jahre 1984 – und die Umstände sind nicht mit der Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg zu vergleichen. Der Kontinent Ozenien, auf dem Smith lebt, unterliegt der totalitären Herrschaft durch “Die Partei”, die vom “Großen Bruder” angeführt wird. Das Leben der Menschen, die – wie auch Winston – Mitglied der Partei sind, wird durch sogenannte Televisoren aufs Genaueste bestimmt und überwacht; ein “Gedankenverbrechen” kann darin resultieren, dass eine Person einfach so verschwindet, und da reicht es schon, wenn man im Schlaf redet und ein falsches Wort dabei ist, das sich etwa gegen den Großen Bruder und die Partei richtet. Um die Menschen abzustumpfen, wird das Vokabular reduziert, sexuelles Verlangen – selbst um der Fortpflanzung willen – ist verpönt, eigenständiges Denken wird so gut wie möglich eingedämmt. Die Partei verdreht historische Fakten zu ihren Gunsten, die Realität verschwimmt langsam. Doch Winston ist sicher, dass Hoffnung besteht, dass die Partei noch aufgehalten werden kann – es kursieren schließlich Gerüchte von einer Bruderschaft, einer Organisation, die sich gegen die Partei wendet…

Orwell beschreibt ein Szenario, das in jeder Hinsicht krass und beklemmend ist – vielleicht, weil es auf gewisse Weise auch wirklich vorstellbar ist. Als Leser merkt man, dass es aus dieser Situation in diesem Stadium keinen Ausweg mehr geben kann, sondern alles nur noch schlimmer wird, und das jagt einem schon einen Schauer über den Rücken. Mit Winston wird eigentlich das Bild eines eher rebellischen Charakters gezeichnet, der zwar nicht so weit geht, seine Ablehnung der Partei gegenüber offen zu zeigen, aber sich doch wünscht, dass etwas passiert und dabei auch Risiken auf sich nimmt. Jeder Charakter kämpft für sich ums eigene Überleben, und man fühlt selbst mit, wenn sie sich vollkommen egoistisch benehmen – man merkt, dass die Partei mit ihren Methoden die Leute zu allem bringen kann.

Ich hatte zuvor ein wenig Angst, dass viele politische Szenen enthalten sein würden, die sich zäh lesen würden, aber das kam eigentlich kaum vor. In gewissen Sinne ist 1984 eine Horrorstory, die auch Spannung mit sich bringt, und das macht den Roman neben dem Realitätsfaktor zu etwas Besonderem.

»Es gab keinen Sex im Sozialismus« »Die Bibel nach Biff«


  1. Mandy — Wednesday, 12.May 2010 — 23:25

    Immer wieder besprochen, angesprochen, wie auch immer. Politik, Philosophie… immer und überall, schafft es George Orwell bis heute im Gespräch zu sein. Ich habe es bisher leider noch immer nicht gelesen.

    LG,
    Mandy

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