Mim | 1. März 2010 | 02:03
Johannes Mario Simmel:

»Niemand ist eine Insel«

»Niemand ist eine Insel«

Genre: Drama & Trauriges, Liebe & Beziehungen, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: #ger
Seitenzahl: 732 (Hardcover)
Erscheinungsjahr: 1975
Mims Bewertung: 4*
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Philip Kaven ist offiziell der Lebensgefährte der weltberühmten Schauspielerin Sylvia Moran. Auch in ihrem Privatleben hält er das Bild aufrecht, dass er sie liebt, lässt sich aber eigentlich nur von ihr aushalten – denn von irgend etwas muss er ja leben – während er sich hinter ihrem Rücken mit anderen Frauen vergnügt. Teil dieses “Jobs” ist es, auch Sylvias Tochter Babs wie ein Vater zu sein und außerdem ist Kaven immer wieder daran beteiligt, Sylvias Ruf, der jetzt während der Dreharbeiten ihres Meisterwerks besonders auf dem Spiel steht, wegen verschiedenen Vorfälle retten zu müssen. Die größten Schwierigkeiten tun sich auf, als Babs an Meningitis erkrankt. Kaven hofft erst mehr darauf, dass die Kleine die Krankheit nicht überlebt, aber im Laufe der Zeit gewinnt er Sylvias Tochter, die ihm bisher ein Klotz am Bein war, lieb – ebenso die behandelnde Ärztin Ruth Reinhardt. So kommen zu dem Dschungel aus Erpressungen und dem Versuch, alles Mögliche zu Vertuschen, auch noch emotionale Bürden, gipfelnd in einem riesigen Skandal: Sylvia wird wegen Mordes angeklagt.

Ich bin nicht sicher, was ich erwartet habe – aber dieser Roman war ganz anders. Positiv anders. Philip Kaven ist schon einmal ein interessanter Charakter – eigentlich das klassische Arschloch, so arbeitsscheu, dass er lieber sein ganzes Leben zu einer Farce macht, in keiner seiner Beziehungen ehrlich. Aber im Laufe des Buches erlebt man praktisch mit, wie er durch das, was geschieht, zum besseren Menschen wird. Zu dem Drama mit Babs, ein Kind, das durch eine schwere Erkrankung einen Gehirnschaden davconträgt, kommt noch hinzu, wie Kaven und andere engste Vertraute von Sylvia das Gebäude ihres Ruhms aufrecht erhalten müssen, und so sieht man die Glitzerwelt der Stars einmal von einer anderen Seite – jeder Fehltritt kann das Aus bedeuten. Die Kombination dieser beiden Themen ergibt einen spannenden, gesellschaftskritischen, aber auch unerwartet emotionalen Roman, der, wenn auch nicht auf die herkömmliche Art und Weise, glaubhaft herüberkommt und auch noch eine wichtige Aussage beinhaltet.

»Possession« »Twilight«


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