»Die Erfolgsmasche«
Genre: Humor & Skurriles, Liebe & Beziehungen Orginaltitel:
Seitenzahl: 334 (Hardcover)
Erscheinungsjahr: 2009
Mims Bewertung:
Jetzt bei Amazon.de bestellen.
Sonja Rheinfall ist die alleinerziehende Mutter des achtzehnjährigen Alex, der gerade maturiert, der vierzehnjährigen Greta und eigentlich auch deren besten Freundin und Klon Toni, dem Kuckuckskind, das irgendwann angefangen hat, bei Greta zu übernachten und seitdem mehr oder weniger bei den Rheinfalls wohnt. Um ihre Familie zu ernähren, schreibt Sonja Kolumnen über das tägliche Familienleben. Eines Tages ist damit schlagartig Schluss: das Blatt, für das Sonja schreibt, hat eine neue Chefredakteurin, die die Kolumne einfach rauswirft. Sonja sieht sich verzweifelt nach einer Lösung um, da sie den Job wirklich braucht, und da kommt ihr die zündende Idee: sie schreibt weiter wie bisher – nur verkauft sie sich als Mann, den sie Sebastian Richter taucht. Da sie ein Foto mitschicken soll, kauft sie sich einfach in einem Fotoladen das Bild eines gutaussehenden Mannes, das schon seit Jahren dort steht und nicht abgeholt wird. Als Sebastian Richter mehr Erfolg hat, als Sonja sich je ausgemalt hätte, steigt auch das Medieninteresse an, und Sonja muss sich auf die Suche nach dem Mann machen, den das Bild wirklich zeigt. Kein großes Opfer, denn sie ist auch persönlich von dem gutaussehenden Kerl angetan…
Dieses Buch hat eine Arbeitskollegin meiner Mutter empfohlen, da es so witzig sei, und da die immer lang zum Lesen braucht, habe erst ich es gelesen. Aber, hach, bei aller Liebe, ich fand das Buch wirklich schlecht. Zugute halten kann ich ihm nur, dass ich mich nicht wirklich gelangweilt habe, da die Plotidee ganz nett ist. Aber es war knapp an der Grenze. Die ersten fünzig bis hundert Seiten verstehe ich schon einmal nicht wirklich, da Sonjas Probleme mit dem Computer weder besonders witzig sind, noch die Handlung weiterbringen – den Computerspezialisten, den sie zu Rate zieht, könnte man auch gut aus der Handlung streichen, und dass eine Frau, die beruflich andauernd mit dem Computer zu tun haben sollte, sich so unbeholfen anstellt, dass sie es nicht einmal auf die Reihe bekommt, ihre Dateien abzuspeichern, kann ich mir auch nicht so recht vorstellen. Dann finde ich den ganzen Rummel um den Kolumnisten eines kleinen Frauenblattes, der dann folgt, wahnsinnig übertrieben und unrealistisch. Alle kennen ihn von dem einen Foto, das im Umlauf ist, und wollen Autogramme. Also alles was recht ist. Als es dem Ende zugeht, benimmt sich Sebastian bzw Richard, wie der Mann wirklich heißt, eher wie eine beleidigte Zicke als ein männliches Wesen, und ändert am Schluss noch einmal motivationslos die Meinung, auch in keiner Weise authentisch oder sympathisch. Noch eine lasche Liebesgeschichte, die auf rein gar nichts basiert, hingeklatscht und mit viel zu spektakulärem Hollywood-Ende verziert, fertig ist das Frauenbuch, trivial hoch zehn. Auch der Humor der guten Frau Lind hat mich nicht vom Hocker gerissen, wirkte an den meisten Stellen eher altbacken oder gewollt jugendlich, genau wie die Protagonistin, die – auch, wenn sie sich über genau diese Sichtweise der Mitmenschen selbst beklagt – ihren Kindern alles durchgehen lässt und mit etwas Glück dann damit durchkommt. Wenn ich mir Hera Linds Biografie so ansehe (ich habe vorher noch nichts von ihr gelesen und sie gehört auch sonst nicht gerade zu den Promis, bei denen ich mich gut auskenne), scheint auch vieles nicht ihrer Kreativität entsprungen zu sein, sondern autobiografisch angehaucht zu sein, etwa dass Sonja eine Deutsche ist, die in Salzburg lebt. Da sich der Roman schnell lesen ließ, kann ich ihn glücklicherweise nicht wirklich als Zeitverschwendung bezeichnen, aber meine Empfehlung bekommt er nicht.









