Mim | 10. Januar 2010 | 22:01
Julie Gregory:

»Du hast mich krank gemacht«

»Du hast mich krank gemacht«

Genre: (Auto-)Biografisch, Drama & Trauriges
Orginaltitel: “Sickened. The True Story of a Lost Childhood” #usa
Seitenzahl: 254 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2003
Mims Bewertung: 3*
Jetzt bei Amazon.de bestellen.

Julie Gregorys Kindheit ist gezeichnet von unzähligen Arztbesuchen. Es gibt immer etwas, was mit ihr nicht stimmt – sie ist ein dünnes, kränkliches Mädchen mit Herzproblemen, und die Ursache für all das scheint unklar. Julies Mutter Sandy kümmert sich sehr fürsorglich um sie, was aber keineswegs bedeutet, dass Julie eine behütete Kindheit verbringt – ganz im Gegenteil. Sandy ist unberechenbar und manipulativ, hetzt ihren Mann gegen Julie, ihren Bruder Danny und derenPflegegeschwister auf und ganz allgemein hängt der Haussegen beträchtlich schief. Nachdem Julie sich endlich aus dieser Hölle gerettet hat, stolpert sie im Laufe ihres Psychologiestudiums endlich über eine Erklärung ihrer gesundheitlichen Probleme: das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, von dem betroffene Mütter ihre Kinder absichtlich krank machen, um die Aufmerksamkeit von Ärzten zu erlangen…

Auch ohne den Aspekt des Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms ist es schon erschreckend, von Julies Kindheit zu lesen. Sie wird am laufenden Band geschlagen und auch emotional stark unter Druck gesetzt. Münchhausen ist darum nur ein Aspekt ihrer langen Missbrauchsgeschichte, der erst später aufgedeckt wird. Ich hätte mir allerdings erwartet, dass das Thema Münchhausen mehr im Zentrum steht. Allerdings hat sich das Buch für mich stellenweise zu sehr hingezogen. Natürlich geht es in diesem Erfahrungsbericht um sehr persönliche Inhalte und es sind bestimmt alle geschilderten Erinnerungen und Erlebnisse von gewisser Wichtigkeit für die Autorin, darum fällt es mir schwer, das zu sagen und zu bergünden. Auf jeden Fall kam mir der Schreibstil oft zu bildhaft und abgehoben vor, und der chronologische Verlauf war teilweise schwer nachzuvollziehen, da oft nur bruchstückhafte Erinnerungen in den Raum gestellt wurden. Das hat es mir als Leser oft schwer gemacht und hat den Eindruck erweckt, dass Gregory mehr für sich selbst ihre Erinnerungen aufgeschrieben hat, um damit abzuschließen.

»Casino Royale« »How to be a Brit«


Bewerten
(0 Stimmen) Loading ... Loading ...
Kommentieren