Genre: (Auto-)Biografisch, Humor & Skurriles, Politik & Gesellschaft, Sachbuch Orginaltitel:
Seitenzahl: 416 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2004
Mims Bewertung:
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Die Engländer sind schon ein seltsames Völkchen: sie müssen in jeder Situation Schlangen bilden, können stundenlang übers Wetter reden, sind süchtig nach Tee und reagieren außerdem immer so reserviert und abweisend. All das sind Klischees – aber, wie Kate Fox in diesem Buch zugibt und analysiert, sie sind berechtigt. Zu allen möglichen Alltagssituationen gibt es Kapitel, in denen die Autorin sich genauestens mit dem sozialen Verhalten der Engländer auseinandersetzt, da sie und ihre Landesgenossen alle einem ungeschriebenen Regelwerk zu folgen scheinen. Sie bespricht, wie die Engländer in vielen Situationen einfach nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen, und darum verlegen und nervös sind; sie webt Themen ein, die im Alltag in England allgegenwärtig sind, wie etwa die Obsession wegen der sozialen Klassen oder der englische Humor; und sie beschreibt viele sinnlose, sogar wahnsinnige Regeln der Etikette, die mit ihrer Absurdität durchaus das ein oder andere Mal zum Lachen sind.
Dieses Buch habe ich für die Uni gekauft, und eigentlich hätte ich es nicht ganz lesen müssen, da die Kapitel alle präsentiert wurden, aber ich habe mich doch dazu entschieden, weil ich es beim Hineinlesen eigentlich sehr lustig fand. Ich habe das scharfe Auge von Kate Fox bewundert, einer Antrophologin, die zwar selbst Engländerin ist, aber sehr schön herausfiltert, was in ihrem Land alles so anders ist als sonst irgendwo. Leider hat das Lesevergnügen aber nach den ersten Kapiteln etwas nachgelassen, da sich sehr vieles andauernd wiederholt hat – wie das ständige Herumgereite auf den Klassen. Wie es bei Büchern dieser Art häufig vorkommt, wurden viele Dinge für meinen Geschmack einfach etwas zu ausführlich beschrieben, was auch dazu führte, dass ich einige Stellen mehr überflogen habe. Der subtile Humor, der natürlich in einem Buch von einem und über die Engländer immer ein wenig mitklingt, hat da auch nicht so sehr als Triebfeder gewirkt und darum habe ich mit der Lektüre viel länger gebraucht, als es mir recht gewesen wäre. Ich empfehle es weniger dafür, um es in einem Rutsch zu lesen, sondern als kleines Nachschlagewerk – gelernt habe ich eindeutig auch etwas und versuche jetzt, wo ich die “Schnäppchenjägerin” von Kinsella im Original lese, ein bisschen darauf zu achten, ob ich die handelnden Personen ihren Klassen zuordnen kann.









