Mim | 16. November 2009 | 03:11
Liane Moriarty:

»Vergiss ihn nicht«

»Vergiss ihn nicht«

Genre: Drama & Trauriges, Liebe & Beziehungen
Orginaltitel: “What Alice Forgot” #au
Seitenzahl: 540 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2009
Mims Bewertung: 4*
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Alice kommt nach einem Sturz zu sich – und ist mehr als verwirrt von den Dingen, die um sie herum geschehen. Was um alles in der Welt hat sie in einem Fitnessstudio zu suchen? Wer sind all diese Leute, die sie zu kennen scheinen? Und warum tun alle so, als wäre sie verrückt? Im Krankenhaus klärt sich langsam das Problem, nicht aber Alices Verwirrung. Sie hat durch die Kopfverletzung ihre Erinnerung an die letzten zehn Jahre ihres Lebens verloren. Das letzte, was sie noch weiß, ist, dass sie eine glückliche Ehe mit Nick führt und mit ihrem ersten Kind schwanger ist. Doch inzwischen ist viel geschehen, von dem Alice überhaupt nichts weiß. Ihr Freundeskreis hat sich verändert, sie hat inzwischen drei Kinder, während ihre Schwester Elisabeth mit ihrer Unfruchtbarkeit kämpft und sich anscheinend von ihr distanziert hat, ihre Mutter Barb ist mit ihrem Schwiegervater verheiratet – und Alice selbst steckt anscheinend mitten in der Scheidung von Nick. Entsetzt von dem Hass, der sich zwischen ihnen beiden aufgestaut zu haben scheint, setzt Alice alles daran, ihre Ehe doch noch zu retten. Außerdem muss sie versuchen, ihre Erinnerung wiederzufinden – wobei ein entscheidendes Puzzleteil eine gewisse Gina zu sein scheint, von der alle reden…

“Vergiss ihn nicht” war nun schon das dritte Buch zum Thema Amnesie, das ich gelesen habe (das scheint momentan ziemlich in zu sein) und ich muss sagen, dass der Gedächtnisverlust hier mit Abstand am authentischsten dargestellt wurde. Alice hat immer wieder vereinzelte Erinnerungen an verschiedene Szenen, die an bestimmten Orten oder durch bestimmte Sinneseindrücke ausgelöst werden, ohne all das zu einem Ganzen zusammenfügen zu können. Man spürt es ständig an der Oberfläche brodeln, dass ihre Erinnerung jederzeit zurückkommen könnte.

Mir hat der Lauf des Buches gut gefallen, da Alice den Gedächtnisverlust (auch unbewusst) nutzt, um Vieles ins Reine zu bringen. Was mich etwas irritiert hat, war, dass Titel, Klappentext (wofür die Autorin zugegebenermaßen aber nichts kann) und auch verschiedene Szenen im Roman selbst den Eindruck gegeben haben, dass zwischen Alice und Nick etwas ganz Furchtbares vorgefallen ist (ich dachte in Richtung häusliche Gewalt), das Drama sich letzten Endes aber als ganz gewöhnliche Eheprobleme entpuppt hat. Mir gefiel, dass zur Wahrung der Perspektive als weitere Erzählmethoden das Tagebuch von Elisabeth für ihren Psychiater und der Blog der Oma Frannie gewählt wurden, allerdings hätte man letzteren auch weglassen können, da er die Handlung kaum weitergetrieben hat. Alles in allem fand ich das Buch ein bisschen zu lang, da einiges nicht notwendig war, aber sehr realistisch und glaubhaft geschrieben, sodass ich sicher noch etwas von Liane Moriarty lesen werde.

»Der Sandmann« »Pride and Prejudice«


  1. Anonym — Montag, 16.November 2009 — 13:28

    Eine Oma mit eigenem Blog? :D
    Wer ist denn Elisabeth?

  2. Mim — Montag, 7.Dezember 2009 — 01:55

    Elisabeth ist die Schwester, entschuldigung, das habe ich unterschlagen – habe es in der Beschreibung hinzugefügt ;)

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