Andy | 22. November 2009 | 19:11
Jane Austen:

»Pride and Prejudice«

»Pride and Prejudice«

Genre: Humor & Skurriles, Klassiker, Liebe & Beziehungen, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: #uk
Seitenzahl: 325
Erscheinungsjahr: 1813
Andys Bewertung: 3*
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Zwei Partygirls, die hinter gutaussehenden Männern her sind; ein nerviger Typ, der sich nicht so leicht abwimmeln lässt; und eine Familie, die einem manchmal einfach nur peinlich ist: Janes Austens Pride and Prejudice ist auch in der heutigen Zeit noch ansprechend.

Mrs. Bennet hat kein größeres Anliegen als ihre fünf Töchter zu verheiraten. Als in den nahe liegenden Landsitz Netherfield der junge, wohlhabende Mr. Bingley einzieht, will sie ihn gleich mit ihrem Nachwuchs bekanntmachen. Auf einem Ball tanzt er dann tatsächlich mit Bennets ältester Tochter, Jane, und die beiden lernen sich sehr zu schätzen. Mit Bingley sind auch seine Schwestern und der reiche Mr. Darcy aufs Land gekommen. Letzterer wirkt arrogant, weil er zu stolz ist, um sich mit fremden Leuten zu unterhalten. Dass er es ablehnt mit Elizabeth Bennet, der zweitältesten Tochter, zu tanzen, macht ihn vor allem bei ihr sehr unbeliebt. Während die Mutter weiterhin alles dran setzt, Jane und Bingley zusammenzubringen, trifft es sich, dass auch Elizabeth und Darcy einander häufiger begegnen und es wird klar, dass er Gefühle für sie hegt, diesen aber auf Grund der sozialen Unterschiede zwischen ihnen nicht nachgehen kann. Elizabeth lernt währenddessen den enorm sympathischen und gut aussehenden Wickham kennen, der ihr von einem großen Unrecht erzählt, dass Darcy ihm angetan hat.
Als eine Verlobung von Jane und Bingley bevorstehend scheint, verlässt der junge Mann plötzlich Netherfield auf unbestimmte Zeit, was der gesamten Bennet-Familie das Herz bricht. Zudem muss Elizabeth noch erfahren, dass Darcy, den sie ohnehin schon nicht leiden kann, dahintersteckt…

Ohne große Vorfreude habe ich angefangen dieses, weithin als „Frauenbuch“ bezeichnete, Werk zu lesen, doch meine Meinung hat sich schnell geändert. Auch wenn die Thematik von verliebten jungen Frauen nicht jedermanns Sache ist, so sind die Ereignisse doch mitunter sehr spannend geschildert. Überraschende Wendungen wie die oben genannte Abreise Bingleys verleihen dem Roman immer wieder neue Dynamik. Weil ständig neue Ent- und Verwicklungen dazu führen, dass man sich fragt, wie die Beteiligten wohl darauf reagieren mögen, und wegen der verhältnismäßig kurzen 61 Kapitel, die sich flüssig lesen lassen, ist man dazu geneigt Pride and Prejudice so schnell nicht aus der Hand zu legen.
Leider sind die Charaktere zum Teil etwas flach oder gar bloße Typen, die auf ein Verhaltensmerkmal reduziert sind. Zudem wird einem die Figur der Jane schon beinahe unsympathisch, weil sie so ausnahmslos gutmütig ist und in keinem Menschen einen Fehler entdecken will.
Interessant ist, dass der Roman nicht ausschließlich in einer Reihe von perfekten Ehen endet. Den glücklich Liebenden stehen Zweckehen und unglückliche Paare als Folien gegenüber. Bemerkenswert finde ich, wie mehrmals Kritik an der kläglichen Ehe des Elternpaares Bennet anklingt. Austen schreibt mit einem subtilen, aber oft bissigen Humor, was unterhaltsam ist, jedoch auch das Risiko von Missverständnissen birgt, wenn man einen Witz nicht als solchen identifiziert. Verständnisprobleme entstehen teilweise auch durch die umständliche Sprache. Austen macht sich zwar über den Duktus der Figur Collins lustig, läuft aber manchmal selbst Gefahr lächerlich oder sogar unverständlich zu wirken.

»Vergiss ihn nicht« »Doctor Faustus«


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