Mim | 1. November 2009 | 05:11
Jodi Picoult:

»Die Wahrheit der letzten Stunde«

»Die Wahrheit der letzten Stunde«

Genre: Drama & Trauriges, Fantasy & Übernatürliches, Liebe & Beziehungen, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: “Keeping Faith” #usa
Seitenzahl: 684 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 1999
Mims Bewertung: 3*

Mariah White ist am Boden zerstört, als sie ihren Ehemann Colin beim Seitensprung erwischt – und das nicht zum ersten Mal. In Windeseile wird die Scheidung durchgezogen, Colin baut sich ein neues Leben mit seiner neuen Freundin auf, und Mariah verfällt zu Hause in Depressionen, während ihre Mutter Millie sich rührend um sie kümmert. Doch es gibt eine weitere wichtige Person, die unter den Geschehnissen leidet: Faith, die siebenjährige Tochter von Mariah und Colin. Sie zieht sich zurück und fängt an, mit einer unsichtbaren Beschützerin zu reden. Was erst wirkt wie eine unschuldige Fantasiefreundschaft, entwickelt sich zu etwas Unheimlichem: Faith weiß plötzlich Details aus Mariahs Vergangenheit, die sie nie jemandem erzählt hat, und zitiert Bibelverse, obwohl sie nie religiös erzogen wurde und diese gar nie gehört haben kann. Als sie offensichtlich heilende Fähigkeiten entwickelt, zieht sie das Interesse der Medien auf sich und regt besonders religiöse Diskussionen an. Unter den Interessierten ist auch Ian Fletcher, ein Kampfatheist aus dem Fernsehen, der sich aber überraschenderweise auf Mariahs und Faiths Seite stellt. Seine Unterstützung können sie gut gebrauchen, als Colin Wind davon bekommt, was mit seiner Tochter geschieht, und völlig unerwartet das Sorgerecht für sich beanspruchen will…

Ich muss leider sagen, dass mir die Picoult-Romane, die ich bisher gelesen habe, besser gefallen haben. Zwar war mir beim Lesen wirklich nicht langweilig, das Buch las sich sogar sehr leicht, trotz der teilweise sehr langen Kapitel. Aber ich messe dieses Buch an den anderen von Picoult, die ich bisher gelesen habe, und gemäß meiner Erwartung hat mir einfach etwas gefehlt, besonders in der ersten Hälfte des Buches. Mariahs Gedanken erschienen mir etwas plump und klischeehaft, die Perspektivenwechsel sollten vielleicht ein Stilmittel sein (es wurde zwischen der Ich-Perspektive und der3. Person gewechselt), hatten für mich aber einfach zu wenig Kontinuität. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Autorin einfach die 3. Person verwendet hätte. Dann kam die Liebesgeschichte ins Spiel, und sie ist leider sehr kitschig ausgefallen, hätte ich in diesem Fall wirklich nicht gebraucht. Auch über die Gespräche zwischen allem möglichen Priestern habe ich teilweise etwas schneller drübergelesen, da diese dann auch nicht so viel Einfluss auf den Plot hatten. Vielleicht hat das Ganze auch nur wegen der übersinnlichen Elemente gehinkt, die die Story aus dem Setting des normalen Lebens hoben. Was immer es war: es hat mich nicht umgeworfen, auch wenn es ein kein schlechtes Buch war, eine gute Idee und ab und zu schöne moralische Dilemmas (aber für Picoult waren es mir fast zu wenig!) und die Gerichtsverhandlungen haben mir auch gefallen, weil da wieder mehr Power drin war. Nicht so schlimm, ich lese mit Sicherheit noch etwas von Picoult.

»Meine Reise mit Charley: Auf der Suche nach Amerika« »Coriolanus«


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