Genre: Drama & Trauriges, Liebe & Beziehungen, Politik & Gesellschaft Orginaltitel: “A Thousand Splendid Suns”
Seitenzahl: 382 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2007
Mims Bewertung:
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Mariam wächst als harami, als uneheliches Kind, alleine bei ihrer Mutter auf. Ihr Vater bringt ihr zwar immer wieder Geschenke mit und ist sehr nett zu ihr, aber es ist klar, dass er sie nicht in seine Familie aufnehmen will. Als es nach dem Tod ihrer Mutter doch dazu kommt, wird sie schnell abgeschoben, indem sie zwangsveheiratet wird. Ihr Ehemann Raschid ist anfangs nur streng, wird später aber immer übellauniger und schließlich gewalttätig.
Laila kommt neunzehn Jahre nach Mariam auf die Welt und lebt mit ihrer Familie, ihrer depressiven Mutter und ihrem sanften Vater zusammen und beginnt sich nach und nach in ihren Sandkastenfreund Tarik zu verlieben. Als jedoch ihre Familie durch einen Bombenangriff ums Leben kommt, bleibt auch ihr keine Wahl – nachdem sie eine Weile bei Mariam und Raschid unterkommt, wird sie schließlich Raschids Zweitfrau. Mariam ist misstrauisch und eifersüchtig auf die junge Laila und begegnet ihr feindselig, doch als sie anfangen, sich gemeinsam gegen Raschids Gewalt zur Wehr zu setzen, ist das der Beginn einer tiefen Freundschaft – und Mariam und Laila beschließen, gemeinsam zu fliehen…
Dieser Roman behandelt einige der Probleme in Afghanistan aus nächster Nähe: die politischen Probleme, strenge Regeln und die Allgegenwart des Todes durch den Krieg im Allgemeinen; außerdem die Situation und die festgefahrene Rolle der Frau im Speziellen. Aus der Perspektive von zwei charakterlich sehr verschiedenen Frauen werden diese Schwierigkeiten authentisch geschildert. Leid und kleine Freuden wechseln einander stetig ab, was das Buch sehr vielschichtig macht, und ich habe mich auch immer wieder daran erinnert, dass ein Mann wie Raschid mit Sicherheit kein Einzelfall ist: die Überzeugung, dass ein Mann in seinem Haus tun und lassen kann, was er für richtig hält, unterbindet jegliche Möglichkeit, der häuslichen Gewalt ein Ende zu machen.
Auch wenn die Charaktere gut ausgearbeitet waren und die Geschichte von vorne bis hinten sehr glaubhaft war – auch wenn beide Frauen sehr viele Enttäuschungen und Schrecken einstecken mussten, gab es immer wieder positive Momente, ohne dass es anstazweise kitschig wurde – hat es für mich nicht für fünf Sterne gereicht. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die zurückhaltende Mariam mir zumindest anfangs nicht besonders sympathisch war oder auch daran, dass der Roman sich für mich nicht so flüssig lesen ließ.









