Ale | 17. September 2009 | 16:09
Robert Harris:

»Enigma«



Genre: Historisches, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: “Enigma” #uk
Seitenzahl: 378 Seiten (Paperback)
Erscheinungsjahr: 1995
Ales Bewertung: 3*
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England im März 1943: im Bletchley Park, einem streng bewachtem Camp, wird rund um die Uhr gearbeitet. Fieberhaft werden die deutschen feindlichen Funksprüche dechiffriert. Das größte Problem der alliierten Streitkräfte in jenen Tagen heißt “Enigma”: eine von den Deutschen eingesetzte geniale Maschine, die U-Boot-Funksprüche so verschlüsselt, dass sie scheinbar unmöglich zu knacken sind. Die Entschlüsselung ist jedoch lebenswichtig, um die alliierten Geleitzüge im Atlantik zu schützen. Die einzige Hoffnung ist Tom Jericho, ein hochkarätiger Kryptoanalytiker, der alles daransetzt, die Enigma zu überlisten. Doch es gibt noch ein zweites Rätsel zu lösen: Claire Romilly, die Frau, die er leidenschaftlich liebt, ist spurlos verschwunden, und in ihrem Zimmer findet Tom gestohlene Kryptogramme, also verschlüsselte Nachrichten. Jericho macht sich mit Hester Wallace, Claires Mitbewohnerin, auf die Suche nach seiner vermissten Geliebten und bringt so sich selbst und seine Karriere in Gefahr…

Ich habe diesem Buch drei Sterne gegeben, weil ich nach den Meisterwerken “Imperium” und “Pompeji” von Robert Harris mehr erwartet hätte.  Zwar ist der typische Stil des Autors deutlich erkennbar, denn man merkt, dass die Recherche, beispielsweise für die Enigma-Maschine, sehr genau und detailliert erfolgt ist, wofür ich Harris bewundere, denn das Verschlüsselungssystem ist wirklich teuflisch kompliziert. Es ist im Buch zwar erklärt, aber ich verstehe es nicht so richtig. Das Mathematische an der Geschichte ist wirklich faszinierend, auch für Uninteressierte! Die mühsame Arbeit vom Kryptogramm zu einem verständlichen Text ist genau beschrieben und ich bewundere Menschen, die solch einen Code knacken können.
Natürlich fehlt auch die Liebesgeschichte nicht; im abgelegenen Bletchley Park suchen sich die meisten einen Partner für die dunklen Stunden. Und davon gibt es viele, denn auch dort sind die Auswirkungen des Krieges deutlich zu spüren, obwohl man vom Kriegsverlauf überhaupt nichts erfährt, was ein wenig seltsam ist, wenn man bedenkt, dass im Bletchley Park alle Funksprüche der Deutschen aufgefangen und entschlüsselt werden. Im Grunde geht es nur um das Verschwinden von Claire Romilly und das Drumherum wird eigenartigerweise als Nebengeschichte erzählt.

Ich hätte mir gewünscht, mehr über das Enigma-Geheimnis zu erfahren, über den Krieg und U-Boote, anstatt dessen liest über man eine gescheiterte Liebesbeziehung und viele schrecklich unfreundliche und sarkastische Leute.
Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber vielleicht liegt das an meiner Enttäuschung über das Buch. Im Vergleich zu anderen Schundbüchern ist es aber auf jeden Fall lesenswert, denn zwischendurch und vor allem am Schluss ist es wirklich spannend. Aber bitte nicht zu viel erwarten!

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