Mim | 12. September 2009 | 12:09
Donna W. Cross:

»Die Päpstin«

»Die Päpstin«

Genre: Drama & Trauriges, Historisches, Liebe & Beziehungen, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: “Pope Joan” #usa
Seitenzahl: 1035 (inklusive Anhang; Hardcover; Großdruck)
Erscheinungsjahr: 1996
Mims Bewertung: 5*
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Johanna wächst im 9. Jahrhundert als Tochter eines strengen Priesters auf, der nie warme Gefühle für sie aufbringt, sondern sie bestenfalls akzeptiert. Das kluge Mädchen besitzt einen unersättlichen Wissensdurst, doch er erweist sich als sehr schwer zu stillen – Frauen steht es in dieser Zeit nicht zu, sich Bildung anzueignen. Johanna becirct schließlich ihren älteren Bruder, damit er ihr das Lesen beibringt, und schafft es später, einen griechischen Gelehrten so zu beeindrucken, dass er ihr als Hauslehrer gerne etwas beibringen möchte. Dieser Zustand währt aber nicht ewig. Als der Zeitpunkt gekommen ist und ihr Bruder trotz seines mangelnden Talents an die Domschule geschickt werden soll, reißt Johanna aus und folgt ihm. In Dorstadt kommt sie schließlich bei dem freundlichen Markgrafen Gerold und seiner mürrischen Ehefrau Richild unter. Johannas Weg ist an diesem Punkt jedoch noch lange nicht zu Ende – in ihrem immerwährenden Kampf um Bildung gelangt sie nach einem Überfall der Normannen auf Dorstadt letztendlich in Männerverkleidung in ein Kloster in Fulda, wo sie auf der einen Seite Respekt und Bewunderung, auf der anderen jedoch einige Widersacher gewinnt – denn Johanna, inzwischen bekannt als Johannes Anglicus, scheint zu Höherem berufen zu sein…

Die über 1000 Seiten dieses Wälzers (auch wenn es in einer Version in normaler Schriftgröße um einiges weniger sein mögen) ließen sich in Null Komma Nichts lesen und es blieb wirklich von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Die Faszination, die von dem Roman ausging, hatte auf der einen Seite mit dem interessanten, gut recherchierten historischen Hintergrund zu tun – es gibt ja tatsächlich stichhaltige Hinweise darauf, dass es eine Päpstin Johanna gegeben hat, wie es im Anhang noch einmal genauer erläutert wird – sowie mit der Problemaik um die allzu festgefahrene Rolle der Frau zu dieser Zeit; auf der anderen die immer neuen Herausforderungen, die die hochintelligente, schlagfertige Johanna auf immer neue Art und Weise löst und natürlich die Persönlichkeit Johannas selbst. Nicht nur ihr Wissen und ihre Kombinationsgabe, sondern auch ihr Charakter – auf der einen Seite ist sie sanftmütig und nie egoistisch, hat auf der anderen aber einen unerschütterlichen eigenen Willen – machen sie zu einem bewundernswerten Menschen, und man kann sich vorstellen, dass eine Päpstin Johanna, sofern es sie wirklich gegeben haben sollte, das ja wirklich gewesen sein muss, in Anbetracht dessen, unter welchen Schwierigkeiten sie sich hochgekämpft haben muss. Im Großen und Ganzen ein spannender Roman, der die ohnehin fest verwobenen Themen Mittelalter und Religion ausführlich behandelt, aber auch mit einer ganzen Reihe von gut ausgearbeiteten Charakteren besticht. Einzig die Liebesgeschichte, die sich durch das ganze Buch zieht, kommt mir stellenweise ein wenig abgeschmackt vor. Ich bin auf jeden Fall auch gespannt auf die Verfilmung, auch wenn ich meine Erwartungen dahingehend wie immer vorsichtshalber nicht zu hoch schraube.

»Artemis Fowl« »Enigma«


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