Andy | 23. September 2009 | 21:09
Clive Barker:

»Clive Barker’s Books Of Blood Volume 3«



Genre: Fantasy & Übernatürliches, Gedichte & Kurzgeschichten, Science Fiction & Horror
Orginaltitel: #uk
Seitenzahl: 279
Erscheinungsjahr: 1984
Andys Bewertung: 3*
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Clive Barker ist ein Großmeister des Horrors und vielleicht vielen aus den Hellraiser-Filmen oder durch Videospiele wie Undying und Jericho bekannt. Die Bücher des Blutes zählen zu den Frühwerken des Multitalents und feiern mittlerweile schon ihr 25. Jubiläum. Auch der dritte Teil der Serie setzt das bekannte Prinzip fort: ein halbes Dutzend Kurzgeschichten voll von Tod, Schmerz und Alpträumen. Tote, die Rache nehmen. Illusionen, die morden. Geheimnisvolle Wesen aus der Vergangenheit. Die 5 Geschichten in diesem Band heissen „Rohkopf Rex“, „Bekenntnisse eines (Pornographen-) Leichentuchs“, „Der Zelluloidsohn“, „Sündenböcke“ und „Menschliche Überreste“ und führen die Leser durch Großbritannien, von einem ländlichen Ort im Süden, bis zu den Inneren Hebriden vor der Küste Schottlands.

In mancher Hinsicht bestehen starke Parallelen zu den vorhergehenden zwei Bänden: der Aufbau aus Exposition, erster übernatürlicher Begegnung, Erklärung, zweiter übernatürlicher Begegnung und Tod von Held oder Monster ist meisten ähnlich. Auch die Seele, die sich nach dem Tod an den Lebenden rächt ist ein altbekanntes Motiv. Aber trotzdem bleibt es abwechslungsreich in Bezug auf die Schauplätze und Milieus, in die der Leser entführt wird. Es ist zudem beeindruckend auf welch ungewöhnlichen Wesen und Todesarten Barker kommt. Seine Protagonisten denken meist sehr ähnlich. Sie sind oft Außenseiter und gescheiterte Existenzen, die schon in Gefahr zu sein scheinen, bevor sich das Böse ihnen überhaupt nähert. Die Theorie, dass seine „sündigen“ Figuren ihre Schuld bezahlen ließe sich auch durch Barkers Interesse für das christliche Theologie unterstreichen. Interessant und typisch für Barker ist es auch, wie er es immer wieder vollbringt Tod und Sexualität auf die ungewöhnlichste Weise zusammenzubringen.
Die Sprache strotzt vor unheilvoller Symbolik und wirkt zum Teil fast poetisch, dann wechselt sie wieder unvermittelt in das Profane. Sätze wie „Vielleicht agieren die Toten nur mit der dürren Risikofreiheit von Mathematikern.“ hinterlassen Fragezeichen, denn man ist sich nicht ganz sicher, ob solche wirren Gedanken nur daran liegen, dass die Figur gerade in Panik ist. An manchen Stellen ist die Sprache aber geradezu holprig und ich vermute, dass das etwas mit der Übersetzung von Peter Kobbe zutun hat.
Die Illustration der Titelblätter der einzelnen Geschichten durch Johanna Nilsson ist zwar ein nettes Gestaltungsmittel, jedoch geben die Bilder meist zu viel Preis. Dadurch wird einem das mitunter spannende Spiel zu erraten, welche schrecklichen Dinge auf der nächsten Seite lauern, verdorben.
Die einzelnen Kurzgeschichten tragen seltsame Titel(„Bekenntnisse eines (Pornographen-) Leichentuchs“): manchmal sind sie nicht sehr einfallsreich („Rohkopf Rex“), andere Male sehr passend und doch nicht zu verräterisch. Aber nicht nur wegen der Titel haben mir „Menschliche Überreste“ und „Der Zelluloidsohn“ besonders gefallen.

»Das Kartengeheimnis« »Tausend strahlende Sonnen«


  1. Das Literarische Quartett — »At the Mountains of Madness and other Tales« — Thursday, 14.October 2010 — 11:59

    [...] trotzdem (oder gerade deshalb) nur schwer vorstellbar. Besonders seine „Monster“ sollen auch Clive Barker beeinflusst haben. Dennoch hat Letzterer den Titel „Meister des Horrors“ mehr verdient. Die [...]

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