Mim | 2. August 2009 | 03:08
Patrick Süskind:

»Das Parfum«

»Das Parfum«

Genre: Thriller & Krimis
Orginaltitel: #ger
Seitenzahl: 319 (Hardcover)
Erscheinungsjahr: 1985
Mims Bewertung: 5*
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Jean-Baptiste Grenouille scheint unerwünscht, seit er auf der Welt ist. Seine Mutter hätte ihn sterben lassen, den Ammen, bei denen er landet, ist er unheimlich. Der seltsame Junge scheint selbst keinen Geruch zu haben, dafür aber nimmt er seine Umwelt in Gerüchen wahr. Sein Geruchssinn ist so ausgeprägt, dass es die Vorstellungskraft anderer übersteigt und sie annehmen, er besäße übersinnliche Kräfte.

Die Düfte beherrschen Grenouilles Leben, und eines Tages trifft er auf ein Mädchen, von dessen Duft er bezaubert ist. Ab diesem Zeitpunkt fasst er einen Beschluss: er will die Düfte von schönen Mädchen sammeln und sie sich zu eigen machen – egal zu welchem Preis…

Nach dem zweiten Lesen hat mich dieser Roman noch einmal begeistert. Man fliegt nur so über die Seiten – es ist so ein leicht zu lesendes Buch, da ständig Eindrücke beschrieben werden. Man kann sich diese Welt der Düfte, die doch eigentlich sehr schwer übertragbar in das Medium des Romans sein müsste, wirklich sehr gut vorstellen. Es fesselt auf unkonventionelle Art und Weise, nicht mit Spannung (obwohl die auch da ist), sondern durch den unverschachtelten, einfachen Stil Süskinds.

Umstritten ist dieses Buch ja, da es vielen zu abartig ist. Das kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen – inzwischen gibt es so viele Thriller, in denen grausamste Sachen beschrieben werden. Bei Das Parfum besteht das Unheimliche darin, dass Grenouille die Mädchen, die er tötet, einfach nur egal zu sein scheinen, aber auch das ist schon öfter dagewesen. Darum kann ich das Entsetzen nicht ganz teilen. Interessant finde ich aber, dass gerade das ständige „Fertigmachen“ von Grenouille, dass er als durch und durch böse bezeichnet wird, mich ein wenig zum Denken bringt, dass hinter all dem nicht Charakterschwäche alleine steckt, sondern auch eine psychische Störung.

Ich empfehle auf jeden Fall, das Buch zu lesen, wenn man den Film kennt. Dieser wurde zwar, was das Visuelle angeht, gut umgesetzt, aber es fehlt Einiges an Schlüsselszenen und die Botschaft wurde eigentlich komplett verändert. Grenouille als Charakter ist im Buch um einiges faszinierender.

»Terror« »Die Süße des Lebens«


  1. Miri — Donnerstag, 6.August 2009 — 22:56

    Eines der wenigen Bücher das sogar ich gelesen habe. Also ich fands gut. ;)

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