»Waterland«
Genre: Drama & Trauriges, Historisches, Liebe & Beziehungen Orginaltitel:
Seitenzahl: 310 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 1983
Andys Bewertung:
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Thomas Crick ist Geschichtslehrer doch der Direktor hält das Fach für unnötig und will es abschaffen. Neben dem Desinteresse der Schüler muss er auch noch mit dem Widerstand eines bestimmten Schülers, Price, fertigwerden. Auch im Privatleben hat Thomas Probleme: seine Frau hat ein fremdes Baby entführt und ist nun allen als Kinderdiebin bekannt. Vor die Frage gestellt was Geschichte eigentlich ist und inwiefern sie von Bedeutung ist, unterrichtet Crick in seinen Stunden nicht mehr, sondern erzählt die Geschichte seiner sumpfigen Heimat und seiner Vorfahren. Eine wichtige Position nehmen dabei die Ereignisse des Jahres 1943 ein, als Tom und seine Frau Mary noch Jugendliche waren. Damals fand man die Leiche ihres Freundes Freddie im Fluss. Die Behörden kamen schnell zum Schluss, dass es sich um einen Unfall handelte, aber Tom vermutet Freddie könnte ermordet worden sein…
Ein hervorragender post-moderner Roman über Geschichte! Swift verknüpft auf gekonnte Weise unterschiedliche Diskurse und Handlungsebenen. So einfach wie die Handlung auf den ersten Blick wirkt, ist sie bei weitem nicht, da die Erzählung ständig zwischen den verschiedenen Zeitebenen hin und her springt. Dies bedeutet leider auch, dass oftmals die Spannung verlorengeht, da viele Geheimnisse schon früh gelüftet werden bzw. der Ausgang von Situationen absehbar wird. Mitunter erscheinen die Personenkonstellationen auch etwas klischeehaft. Auch sprachlich weiß Swift zu überzeugen und zeigt dass er unterschiedlichste Ausdrucksweisen beherrscht. So werden, dank dem Reichtum an Anspielungen, die Sätze zu eigenen Kunstwerken. In einer Zeit geschrieben, als, auf Grund der nuklearen Bedrohung, das Ende der Geschichte nahe schien, wird noch einmal alles, was die Geschichtswissenschaft auszeichnet (Spannung zwischen Fakten und Fiktion, Modellhaftigkeit, Vergangenheitsgebundenheit, etc.), aufgegriffen. Waterland ist lesenswert für alle, nicht nur Historiker.









