»V.«
Genre: Drama & Trauriges, Fantasy & Übernatürliches, Historisches, Humor & Skurriles, Klassiker, Liebe & Beziehungen, Politik & Gesellschaft, Science Fiction & Horror Orginaltitel:
Seitenzahl: 492 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 1963
Andys Bewertung:
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In zirka zwei Monaten soll er erscheinen, der neuste Roman von Thomas Pynchon, Inherent Vice. Laut dem Verlag begibt sich Pynchon auf unbekanntes Genre-Terrain. Ersten Informationen zufolge sind aber wieder zahlreiche typisch pynchoneske Elemente vorhanden: skurrile Figuren, chemisch induzierte Bewusstseinserweiterung und eine mysteriöse Instanz namens Golden Fang. Im Zentrum der Handlung steht ein erfolgloser Detektiv.
Neben offensichtlichen Parallelen zu Inherent Vice kann auch Pynchons erster Roman, V., als eine Art Detektivgeschichte gelesen werden. Der Roman vereint mehrere Handlungen, die sich aber meist um die verschiedenen Inkarnationen des/der titelgebenden V und die Suche Herbert Stencils danach drehen. Ein zweiter, größerer Handlungsstrang befasst sich mit den Abenteuern des Versagers Benny Profane und anderen Mitgliedern der Whole Sick Crew, einer grotesken Gruppe aus Möchtegernbohemiens im New York Mitte der 50er Jahre. Die Suche nach V führt den Leser aber auch an ganz andere Schauplätze und in unterschiedliche Zeiten. Oft sind es Krisenherde wie Faschoda 1899, Südwestafrika während des Herrero-Aufstandes von 1904 oder Malta in Zeiten der Suez-Krise 1956.
Pynchons erster Roman ist beileibe nicht leicht zu lesen. Nicht nur findet der Autor die seltensten Wörter des Englischen, er bedient sich auch reichlich bei anderen Sprachen (z.B. Maltesisch) ohne die Phrasen zu übersetzen. Immer wieder begegnen einem Figuren, die man hundert Seiten zuvor schon als nebensächlich abgetan und deren Biographie man schon fast wieder vergessen hat. Die bereits erwähnten unvermittelten Orts- und Zeitsprünge tun, gemeinsam mit der verschachtelten Handlung, das Ihre um den Leser zu verwirren. Kurz: der Lesefluss wird ständig unterbrochen. Doch auch nichts anderes erwarten wir von einem (post-)modernen Roman: der Automatismus des Lesens soll sabotiert, das Leseerlebnis wieder bewusst gemacht werden. Um trotzdem noch den Überblick von der Handlung zu bewahren, empfehlen sich Begleitlektüren zu Pynchon oder hilfreiche Internetseiten wie Tim Wares Web-Guide
Wenngleich die Handlung in V. öfters brutal und ekelerregend ist, schafft sie es doch immer wieder den Leser einzufangen und durch ihre Skurrilität zu begeistern. Nicht nur inhaltlich und strukturell glänzt Pynchon, sondern auch sprachlich, indem er -ähnlich wie in den Ereignissen- vom Alltäglichen bis zum Poetischen schwankt. Das Buch ist so komplex und mysteriös, dass man es mehrmals lesen kann und will. Bleibt nur zu hoffen, dass Pynchon in Inherent Vice an sein vor mehr als 45 Jahren erschienenes Werk anknüpfen kann.










Das Literarische Quartett — »2666« — Tuesday, 13.April 2010 — 23:30
[...] unabgeschlossen wirkendes Buch schreiben wollte. In gewisser Weise fühlte ich mich an Thomas Pynchon’s V erinnert, nur dass 2666 wie eine schlechte Imitation wirkt. Wer Unterhaltung sucht, dem sei deshalb [...]