Mim | 8. Juni 2009 | 13:06
Jodi Picoult:

»Nineteen Minutes«

»Nineteen Minutes«

Genre: Drama & Trauriges, Politik & Gesellschaft, Thriller & Krimis
Orginaltitel: #usa
Seitenzahl: 579 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2007
Mims Bewertung: 4*
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Der 6. März 2007 soll das Leben aller Schüler der Sterling High verändern. An diesem Tag kommt nämlich Peter Houghton mit Pistolen in die Schule und richtet damit ein Massaker an. Die Polizei ist zur Stelle, bevor er auch sich selbst umbringt, doch in der folgenden Verhandlung hat Peters Anwalt Jordan natürlich größte Schwierigkeiten – Peter ist für zehnfachen Mord angeklagt. Allerdings steht hinter all dem natürlich auch eine Geschichte: Peter wurde seine ganze Schulzeit über auf jede erdenkliche Art und Weise gemobbt. Josie, die Tochter von Alex Cormier, der Richterin, die den Fall übernehmen soll, war früher einmal mit Peter befreundet – aber das ist seit langem vorbei, da sie den Kontakt zu ihm abgebrochen hat, um nicht ebenfalls zur Zielscheibe der “Beliebten” zu werden. Als sie vor Gericht aussagen soll, wehrt sie sich vehement…

Neben “Wir müssen über Kevin reden” ist das der zweite Roman, den ich zu dieser Thematik lese. Picoult zeigt auf, was Peter in seiner Kindheit alles erleiden musste und wie sich seine Wut angestaut hat, und wie in “Beim Leben meiner Schwester”, dem anderen Roman von ihr, den ich gelesen habe, sieht sich der Leser zwischen den Seiten hin- und hergerissen: natürlich ist der Schmerz der Eltern, die durch Peter ihre Kinder verloren haben, nachvollziehbar, genauso aber baut sich ein gewisses Mitgefühl für Peter auf, auch wenn man natürlich keineswegs billigen kann, wie er auf seine Situation reagiert hat. Irgendwann gibt man es auf, sich eine Meinung bilden zu wollen, und liest einfach in der Rolle des Beobachters weiter. Ich finde es meisterhaft, wie Picoult alle Positionen gleichermaßen nachvollziehbar herüberbringt. Was mir nur weniger realistisch vorkam, waren einige Floskeln, etwa einiges, was Peter selbst sagt – das Spiel sei nicht vorbei – und das Getue darum, wie Alex Schwierigkeiten damit hat, ihren Richterberuf von ihrem Dasein als Mutter zu trennen. Das sind nur Kleinigkeiten, aber diese Dinge in Kombination mit der typischen, in Stereotypen unterteilen High School sind teilweise zu klischeehaft herübergekommen.

»Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters« »V.«


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