Genre: Fantasy & Übernatürliches, Liebe & Beziehungen, Science Fiction & Horror Orginaltitel:
Seitenzahl: 163 (PDF)
Erscheinungsjahr: 2007
Andys Bewertung:
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Die Menschheit hat eine große “Katastrophe“ erlebt: eines Tages sind alle frommen Christen plötzlich in den Himmel aufgestiegen. Unter den Übrigebliebenen bricht das Chaos aus und viele von ihnen entwickeln übernatürliche Fähigkeiten. Bis an die Zähne bewaffnete Engelsscharen führen immer wieder Erschießungen durch. Doch es wird noch skurriler: manche der Engel sind schwul und eine Gruppe von Lesben betreiben eine Art E-mail-Service, indem sich eine von ihnen an verschiedenen Körperstellen mit einem Computer verbindet. Die Hauptfiguren sind ein junges, verkleidetes Paar -sie hat einen Rabenkopf und er ist wie eine Mumie bandagiert- und ihr Hund, der bald schon zu sprechen beginnt. Sie schlagen sich gemeinsam in der verkommenen Welt durch, wobei nicht nur ihre Beziehung in Gefahr schwebt, und kommen dem Grund für die “Katastrophe“ zufällig auf die Spur…
Ich war wirklich beeindruckt vom Einfallsreichtum dieses “graphic novel“ (Leider gibt es kein passendes deutsches Wort dafür). Mit einem Comicbuch für Kinder hat das nur noch wenig zu tun: auf Grund von expliziter Gewalt und so manchen Schlüpfrigkeiten ist Therefore Repent alles andere als jugendfrei. Aber in einer fiktionalen Welt dieser Art muss es ja schonungslos zugehen. Die Handlung ist nahezu filmisch wiedergegeben und überzeugt, genauso wie Salgoods dynamische Zeichnungen. Zum Teil war ich aber verwirrt, was in den “frames“ passiert oder der gedankliche Sprung zwischen zwei solchen war zu groß. Dass der Schwerpunkt auf das typische des Mediums Comic gelegt wurde, Bilder und Sprechblasen, ist gut, manchmal jedoch wäre ein Kasten mit Erzählerkommentar für das Verständnis ganz gut gewesen. Ein Ich-Erzähler taucht zwar plötzlich gegen Ende auf, jedoch ist dies eine Nebenfigur und die Entscheidung erscheint unmotiviert. Bei einem “graphic novel“ ist man auf Grund des geringeren Textes dazu geneigt, Seiten schnell zu überfliegen, doch hier lohnt es sich oft genauer hinzusehen, um interessante Details zu entdecken. Trotz der knallharten Schonungslosigkeit gibt es auch immer wieder Stellen, die einen überraschend zum Schmunzeln bringen, nicht wegen der Skurrilität, sondern wegen dem trockenen Humor der Figuren. Die Wendung am Schluss ist zwar seltsam, aber trotzdem eine große Überraschung. Empfohlen für alle Volljährigen, die des Englischen mächtig sind und sich nicht vor Religionskritik scheuen.









