Andy | 9. Mai 2009 | 16:05
Alberto Manguel:

»Die Bibliothek bei Nacht«

»Die Bibliothek bei Nacht«

Genre: (Auto-)Biografisch, Historisches, Sachbuch
Orginaltitel: “The Library At Night” #usa
Seitenzahl: 400 (Hardcover)
Erscheinungsjahr: 2007
Andys Bewertung: 3*
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Diese „kleine Universalgeschichte der Bibliothek“ beginnt zeitlich beim Turm von Babel und erstreckt sich bis in die Gegenwart, räumlich jedoch reicht sie umgekehrt von der Privatbibliothek des Autors bis zu den großen und namhaften Bibliotheken der Welt, wie jene von Alexandria. In jedem seiner 15 Kapitel betrachtet Manguel die Bibliothek unter einem anderen Aspekt, u.a. als Mythos, Ordnung, Macht, Zufall, Vergessen, Überleben und Identität. Reihenweise treten Figuren des Literaturbetriebs auf, nicht zuletzt auch Jorge Luis Borges, mit dem Manguel persönlich bekannt war. Aber es ist besonders das Leben und Schaffen von Bibliothekenbegründern wie Andrew Carnegie und Aby Warburg, auf das hier ein Augenmerk gelegt wird. Dank zahlreicher Endnotizen erlangt das Buch auch formal ein wissenschaftliches Flair und erlaubt dem Leser seine Lektüre in den angegebenen Werken zu vertiefen.

Wie schon die Zusammenfassung andeutet, wäre es falsch, dieses Buch wie einen beliebigen Roman zu lesen. Wer mit Spannung oder der Entwicklung von Charakteren rechnet, sei hiermit gewarnt. Unterhaltsamkeit findet sich nur an wenigen Stellen. Stattdessen wird hier in Episoden allerlei interessantes rund um Bibliotheken, oftmals auch unter einem architektonischen Aspekt, betrachtet. Die oft beliebig wirkende Zusammenstellung, so wie die wenig überzeugende Einteilung der Kapitel, haben mich irritiert. Am Ende verbleibt man mit dem Gefühl, nur einen kleinen Teil der Bibliothek/Geschichte gesehen zu haben. Je mehr der genannten Bücher man selbst kennt, desto größer ist die Wiedersehensfreude mit alten Bekannten. Die reichliche Bebilderung und angenehme Schriftgröße machen Die Bibliothek bei Nacht zu einem schönen Buch, im Sinne von ästhetisch. Und auch sein Inhalt machen es zu einem Titel, der in keiner Bibliothek fehlen sollte. Allen, die ein Interesse für Geschichte und kanonische Literatur hegen und sich gerne mit Büchern umgeben, kann dieses nur empfohlen werden.

»Kennen wir uns nicht?« »A Room With A View«


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