»Tante Jolesch und ihre Erben«
Genre: (Auto-)Biografisch, Historisches, Humor & Skurriles, Politik & Gesellschaft Orginaltitel:

Seitenzahl: 649 (Hardcover)
Erscheinungsjahr: 1978
Andys Bewertung:
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Dieser Doppelband versammelt Anekdoten, Nachrufe und andere kurze Texte, die sich mit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts befassen. Schauplätze sind Österreich-Ungarn, seine Nachfolgestaaten, aber auch Orte der Emigration wie die Schweiz und Amerika. Torberg erzählt Selbsterlebtes und Aussprüche bekannter Zeitgenossen aus den Bereichen Journalismus, Literatur, Theater, Sport und natürlich aus den Kaffeehäusern nach.Wie Torberg selbst sind auch viele der anderen Personen in diesem Buch Juden, Politisches tritt jedoch neben Humor und der Beschreibung des Milieus in den Hintergrund.
Die Gefahr bei einer so umfassenden Sammlung von Anekdoten ist natürlich immer ein Eindruck der Unstrukturiertheit. Torberg ist sich dessen durchaus bewusst, entschuldigt und rechtfertigt sich dafür auch wiederholt, doch dies und das ständige Beschreiben seiner Vorgehensweise verwässern den eigentlichen Inhalt und werden mit der Zeit zum Störfaktor. Als ähnlich holprig stellt sich oftmals auch die verschachtelte Syntax heraus, in die – durch Gedankenstriche und Klammern – noch weitere Details eingefügt werden. Die Begebenheiten erzeugen oft ein Schmunzeln, nicht zuletzt auch auf Grund sprachlichen Humors, manche Pointe rechtfertigt aber nicht seine Vorgeschichte. Manche Witze klappen auch überhaupt nicht (mehr in der heutigen Zeit), hin und wieder lohnt es sich aber solche Stellen ein zweites Mal zu lesen und zu überdenken. Mit deren Ausnahme lesen sich die 650 Seiten erstaunlich leicht. Das Buch ist nicht nur Lesern mit besonderem Interesse an Geschichte, Kultur, Kaffeehaus oder einem der vielen anderen abgedeckten Bereiche zu empfehlen.









