»Kein Platz für Idioten«
Genre: Drama & Trauriges, Politik & Gesellschaft, Theaterstücke Orginaltitel:
Seitenzahl: 144 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 1994
Mims Bewertung:
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Der Junge, um den sich das Stück dreht, ein geistig behinderter Bauernsohn, hat es nicht leicht im Leben. Da er als Arbeitskraft auf dem Hof nichts taugt und für die Eltern nur eine Belastung darstellt, sehen sie ihn als Strafe Gottes an und behandeln ihm dementsprechend. Da nimmt sich ein alter Mann seiner an, begegnet ihm mit Wärme und bringt ihn vieles bei; jedoch müssen die beiden unter der Gesellschaft leiden, die laufend über den armen Jungen herzieht und ihn am liebsten im Narrenhaus sähe. Schließlich kommt es zu einem Vorfall, der den Jungen und den Alten endgültig auseinanderreißt…
Das Stück fand ich, sowohl in der Bühnen- als auch in der Fernsehfassung, sehr glaubhaft und authentisch und dementsprechend auch erschütternd. Es ist Wahnsinn, wie die Gesellschaft mit einem Behinderten umgeht, ganz gleich, ob er denn überhaupt etwas dafür kann. Mir gefiel jedoch fast die Bühnenfassung besser, auch wenn die Personen weniger ausgearbeitet und die Beziehungen nicht so gut verstrickt sind, weil die wenigen Szenen dafür viel eindringlicher sind und in jeden Dialog etwas neues Entsetzliches verpackt ist. Man muss den Jungen und den Alten einfach mögen, und ihre vertrauensvolle Beziehung hat immer etwas Melancholisches, weil man weiß, dass der Alte jederzeit fürchten muss, dass es bald aus ist. Traurig und bedrückend, aber sehr wahr.









