»Der Gefangene«
Genre: (Auto-)Biografisch, Drama & Trauriges, Politik & Gesellschaft, Thriller & Krimis Orginaltitel: “The Innocent Men”
Seitenzahl: 455 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2006
Mims Bewertung:
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Ron Williamson, ein gescheiterter Baseball-Profi, der Probleme mit Alkohol und Drogen und seiner geistigen Gesundheit im Allgemeinen hat, sitzt elf Jahre lang zu Unrecht in der Todeszelle, obwohl es nur fadenscheinige “Beweise” und nichts Handfestes gegen ihn vorzuweisen gibt. Williamson wird nicht müde, seine Unschuld zu beteuern. Das Fehlurteil nimmt einen tragischen Lauf, als Williamson in der Todeszelle immer mehr den Verstand verliert und beinahe hingerichtet wird, doch dann wird das Verfahren wieder aufgenommen und neu recherchiert…
Es ist Wahnsinn, was man in diesem Buch liest, das eigentlich ein Tatsachenbericht ist. Man kann sich nur wundern über die Gründe der Staatsanwaltschaft und der Polizei, mit fadenscheinigen Beweisen zu hantieren und Spitzel einzusetzen, ohne dass sie sich selbst sicher sein können, dass sie die Schuldigen haben, und dann auch noch damit durchkommen. Das Buch enthält die ganze Palette an Gründen, aus denen ich gegen die Todesstrafe bin – einfach, weil zu oft Unschuldige verurteilt werden, zu Geständnissen regelrecht gezwungen werden und selbst Gegenbeweise noch so herumgedreht werden, dass sie doch Unschuldige belasten.
Kritisieren muss ich allerdings an dem Roman, dass er etwas zu langatmig geworden ist. Er enthält die gesamte Biografie von Ron Williamsson, jedes Verfahren wird genau beschrieben, es kommen auch noch einige Nebenpersonen ins Spiel und es kommen einige Wiederholungen vor. Das macht es nicht direkt langweilig, aber stellenweise mühsam zum Lesen. In kompakterer Form hätte man die Botschaft auch herüberbringen können. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr von Grisham lesen, weil ich annehme, dass es für ihn nicht so üblich ist, sich in den Details zu verstricken, wenn es sich um fiktiven Stoff handelt.









