Mim | 12. February 2009 | 19:02
Betty Mahmoody:

»Nicht ohne meine Tochter«



Genre: (Auto-)Biografisch, Drama & Trauriges, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: “Not without my daughter” #usa
Seitenzahl: 538 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 1987
Mims Bewertung: 5*
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Den Bitten ihres Mannes Moody folgend, reist Betty Mahmoody mit ihm und ihrer vierjährigen Tochter Mahtab in den Iran zu seiner Familie – für zwei Wochen, lautet die Abmachung. Doch am Ende dieser Zeit bewahrheiten sich die Befürchtungen und das ungute Gefühl, das Betty die ganze Zeit schon hegte: die Abreise wird erst auf unbestimmte Zeit verschoben, schon bald wird klar, dass Moody sie nicht wieder zurück nach Amerika lassen wird. Doch Betty ist entschlossen, die Flucht aus dem Land zu schaffen, besonders, als Moodys Persönlichkeit sich einer Veränderung zu unterziehen scheint: er wird jähzorniger, besitzergreifender, gewalttätig. Die Schwierigkeit bei Bettys Fluchtplänen ist, dass sie auf keinen Fall ohne ihre Tochter zurück will – doch nach iranischem Gesetz ist das Kind Eigentum des Mannes, und wenn sie einmal ohne Mahtab nach Amerika reist, wird sie sie wahrscheinlich nie wiederbekommen…

Nach längerem Überlegen habe ich mich entschlossen, diesem Buch, unabhängig von seinem Wahrheitsgehalt, da ich diese ohnehin nicht beurteilen kann, fünf Sterne zu geben. Als kurze Stellungnahme: Ich kann durchaus glauben, dass vieles, was Betty Mahmoody von ihrem Aufenthalt im Iran so stimmt. Unbeliebt machte sich dieser Roman unter anderem damit, dass die Autorin die Iraner “alle in einen Topf warf”, aber auch dieser Ausspruch stimmt so nicht ganz. Meiner Meinung nach war sie, als sie in den Iran kam, eine eher tolerante und wenig wertende Frau, sie ist in allen Umständen sogar offen für den Islam und bis zu einem gewissen Grad für die Kultur – und wie kann man bestreiten, dass diese teilweise menschenverachtend ausgeführt wird? (Ich wähle bewusst die Worte “ausgeführt wird” und nicht “ist”.) Was Mahmoody beschreibt, sind die Probleme, die sie mit der Familie hatte und damit, dass der Großteil der Personen, denen sie begegnet, sich aus Angst oder Überzeugung nicht gegen die festgelegten Regeln und Konventionen des Landes stellen will. Sie beschreibt nur ihre Erfahrungen, und dabei verallgemeinert sie keineswegs alles. Entgegen vieler Rezensionen beschreibt sie auch einige nette Personen, die sie im Iran kennenlernt und liebgewinnt.
Zum Roman selbst: es war für mich wieder die Art Buch, bei der ich anfangs fürchtete, dass es sich mit der Zeit zu sehr in die Länge ziehen und langweilig werden könnte, aber so war es nicht. Es war interessant und auch erschütternd, etwas über diese Kultur zu erfahren, der man bisher nur schwammige (und großteils negative) Werte zuordnen konnte, und Mahmoody beschrieb ihre Entschlossenheit und ihre Ängste sehr gut – und auch, wenn der Großteil der Geschichte erfunden sein sollte, ist es ihr doch gelungen, mich zu packen.

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