Mim | 16. Februar 2009 | 12:02
Stephen Fry:

»Geschichte machen«

»Geschichte machen«

Genre: Fantasy & Übernatürliches, Historisches, Humor & Skurriles, Liebe & Beziehungen, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: “Making History” #uk
Seitenzahl: 495 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 1996
Mims Bewertung: 4*
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Der Cambridge-Historiker Michael Young, der sich für seine Diplomarbeit eingehend mit dem Holocaust und Hitlers Lebenslauf beschäftigt hat, trifft durch Zufall auf den Physiker Leo Zuckermann, der es geschafft hat, so etwas wie eine Zeitmaschine zu bauen. Die beiden fassen den Entschluss, in die Geschichte einzugreifen und Adolf Hitlers Geburt zu verhindern. All das funktioniert aber nicht ganz so, wie geplant – als Michael sich ziemlich desorientiert in der alternativen Welt wiederfindet, wo er statt an Cambridge in Princeton studiert, erfährt er von seinem Kommilitonen und anscheinend neuen besten Freund, dass man hier noch nie etwas von Hitler gehört hat – wohl aber von den Nazis und dem Führer…

Die Handlung fand ich genial, darum habe ich mir das Buch gekauft – und gehofft, dass die Umsetzung mich überzeugt. Und das hat sie, denn was hier herausgekommen ist, ist nicht nur Klamauk und Spielerei, wie der Klappentext suggeriert, sondern – sofern man sich eine Zeitreise und deren Folgen vorstellen kann – doch eine ganz ernsthafte Auseinandersetzung mit der Thematik. Die historische Kompetenz fehlt nicht, bis auf ein paar Ungereimtheiten ist die alternative Welt ohne Hitler auch ganz plausibel.

Ich habe wegen den vier Sternen ein wenig mit mir gerungen, fast hätte ich gerne fünf gegeben, da ich besonders gegen Ende wirklich Spaß am Lesen hatte. Es war in vielerlei Hinsicht spannend und nebenbei noch witzig (ich hatte fast schon die Hoffnung aufgegeben, dass mir britischer Humor gefallen könnte). Allerdings gibt es doch ein paar Logikfehler und Stilschwächen, etwa kann ich mich nicht ganz entscheiden, ob ich die wenigen Kapitel, die in Drehbuchform verfasst sind, für eine gute, auflockernde Idee oder einfach für deplatziert halte. Auch die vielen geschichtlich-politischen Passagen gestalteten sich trotz des lockeren Schreibstils teilweise etwas trocken für meinen Geschmack.

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