»Am Anfang sind sie noch Kinder«
Genre: Drama & Trauriges, Politik & Gesellschaft Orginaltitel:
Seitenzahl: 286 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2006
Mims Bewertung:
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Kathi Lenzen hat selbst schon vieles mitgemacht – sie hat nacheinander ihren Mann und ihren Sohn verloren und kämpft sich jahrelang durch finanzielle Probleme mit ihrer schlecht laufenden Firma. Inzwischen führt sie ein relativ stabiles Leben, doch das soll sich ändern: als sie in einem Supermarkt einen Jugendlichen beim Klauen erwischt, meldet sie sich beim Sozialamt, da ihrer Meinung nach etwas getan werden muss. Die Lösung, auf die der engagierte, aber manipulative Sozialarbeiter Engelbrecht kommt, lautet, dass Kathi den perspektivenlosen Sechzehnjährigen bei sich auf nimmt. Nur für eine oder zwei Wochen, lautet die Abmachung…
Der Roman war sehr spannend, wie man es bei der Handlung vielleicht gar nicht so erwartet, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Mit den Charakteren wurde man sofort warm, auch wenn ihre Schwächen ihnen nur zu deutlich anzusehen sind – vielleicht auch gerade deshalb. Und alles in allem wurde die vielleicht nicht ganz leichte Thematik sehr authentisch herübergebracht. (Einzig Abbruch tut dem, dass die Jugendsprache teilweise nicht ganz zeitgemäß ist.) Es wurde nichts beschönigt, der Roman kam ohne deplatzierten Kitsch aus und zwang die handelnden Personen mitunter auch, gegen ihre Prinzipien zu verstoßen – das aber auf glaubhafte Weise. Das alles machte das Buch zu einem, das auch zum Nachdenken anregt und das sehr gut aufzeigt, dass es an allen Ecken Probleme in der Welt gibt, auch wenn man unmöglich alle sofort lösen kann.









