Mim | 31. Dezember 2008 | 14:12
Tatiana de Rosnay:

»Sarahs Schlüssel«

»Sarahs Schlüssel«

Genre: Drama & Trauriges, Historisches, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: “Elle s’appellait Sarah” #fra
Seitenzahl: 394 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2007
Mims Bewertung: 4*

Im Sommer 1942 werden in Frankreich ins Vel d’Hiv fast 13.000 Juden deportiert, darunter ein großer Teil Kinder und Frauen. Die zehnjährige Sarah und ihre Eltern werden getrennt, und neben dem Schrecken, den das Mädchen durchmachen muss, quält sie eine Sache besonders: ihr kleiner Bruder, den sie vor der Festnahme im Wandschrank in ihrer Wohnung eingesperrt hat, in der Annahme, er sei dort sicher. Sie will ihn unbedingt holen.

Sechzig Jahre später findet Julia, eine Journalistin, bei der Arbeit an einem Artikel Parallelen zwischen ihrer angeheirateten Familie und Sarahs Geschichte, und sie lässt die Sache nicht mehr los – sie beginnt, nach dem Mädchen, das heute eine alte Frau sein muss, zu suchen…

Grundsätzlich wurde die Thematik des Holocaust sehr gut behandelt, und es war etwas Neues, zu diesem Thema eine Geschichte aus Frankreich zu lesen. Besonders die Szenen, die aus Sarahs Sicht geschrieben wurden, waren sehr ergreifend. Ich fand es aber schade, als dieser Handlungsstrang abriss und die Geschichte nur mehr aus Julias Sicht weitergeführt wurde; ich konnte mich mit der Nebenhandlung nicht so gut anfreunden und auch nicht damit, dass sie derart besessen von Sarah und ihrer Geschichte war. Mir erschien es ein wenig konstruiert, vor allem gegen Ende hin.

Was aber wichtig ist, ist die Moral dieses Romans: dass man nicht vergessen sollte, was passiert ist, auch oder besonders die wirklich schlimmen Dinge. Tatiana de Rosnay hat den Kontrast zwischen Frankreich und Amerika, die Grundeinstellung der Franzosen speziell einem solchen Thema gegenüber, sehr gut aufgezeigt.

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