Genre: Historisches, Humor & Skurriles Orginaltitel:
Seitenzahl: 307 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2006
Mims Bewertung:
Anno 1534 – die siebzehnjährige Lilian arbeitet offiziell als Magd bei Cäcilie, heimlich beschäftigen sie sich aber mit Heilkräutern und allem Möglichen. Da machen sie eine geniale Entdeckung und erfinden die Pille. Natürlich findet der Graf das absolut nicht gut – Lilian, Cäcilie und Konstanze, die erste Testperson, sollen brennen. Ihnen gelingt mit Hilfe von Lilians bestem Freund, dem Scharfrichter Bertram, der eigentlich kein Blut sehen kann, und dem Hofnarren Laurentius, der laufend neue Phobien und Leiden entwickelt, die Flucht. Allerdings ist es nicht leicht, in so einer Truppe auf der Flucht zu sein, besonders, als sich noch weitere auffällige Gestalten dazugesellen: etwa der allergische Pfarrer Luzifer, der eine Wortfindungsstörung hat, und Martin Luther, der aber nervt, weil er immer nur Pläne hat, die er nie umsetzt… und viele mehr.
Dieser Roman ist komplett abstrus, was das Geniale ist – beinhaltet aber gleichzeitig auch noch ernste Szenen, ohne dass diese deplaziert wirken. Der Humor wechselt von schwarzer Färbung zu reinen Blödeleien und Obszönitäten, die Komik liegt meist eher in der Situation als in direkten Witzen – ich finde die ganze Geschichte mit all den verrückten Charakteren ganz fantastisch konstruiert. Es ist ein Lesevergnügen, in dem andauernd irgendwelche bekannten Personen oder Erfindungen eingeflochten sind, die vielleicht teilweise nicht ganz ins 16. Jahrhundert passen, aber genau das ist es, was die Autorin sich als künstlerische Freiheit herausnimmt: in Romanen muss nicht immer alles wahr sein.









