Mim | 13. Juli 2008 | 01:07
Jorge Bucay:

»Liebe mit offenen Augen«

»Liebe mit offenen Augen«

Genre: Liebe & Beziehungen, Politik & Gesellschaft
Orginaltitel: “Amarse con les ojos abiertos” #arg
Seitenzahl: 256 (Hardcover)
Erscheinungsjahr: 2000
Mims Bewertung: 1*
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Roberto erhält eines Tages eine E-Mail von einer ihm unbekannten Laura, die er umgehend löscht, sobald er bemerkt, dass sie wohl nicht an ihn gerichtet ist, sondern an einen Herren namens Fredy. Als Lauras E-Mails ihn jedoch weiter erreichen, beginnt er aus Neugierde, sie zu lesen. Es handelt sich um Texte, in denen sie über verschiedene Aspekte von Paarbeziehungen nachdenkt, die, wie Roberto erfährt, Stoff für ein gemeinsames Buch von Laura und Fredy ergeben sollen. Er entdeckt überrascht und begeistert, dass sie sich genau auf seine momentanen Beziehungserlebnisse anwenden lassen. Als Laura jedoch androht, den Kontakt einzustellen, falls Fredy weiterhin nicht antwortet, beginnt Roberto, ihr unter der falschen Identität zu schreiben…

Ich bin von diesem Buch enttäuscht und gelangweilt. Was ich erwartet habe, war ein E-Mail-Roman ähnlich Glattauers “Gut gegen Nordwind”, in dem sich die Teilnehmer der zufälligen E-Mail-Beziehung kennen- und vielleicht auch lieben lernen. Tatsächlich wurde ich mit einer vollkommen an den Haaren herbeigezogenen Geschichte mit dazupassendem Ende konfrontiert, in denen sich Mailboxen überlappen und ein verzweifelter, labiler Mann sich in das Geschwafel einer völlig Fremden verliebt. Es handelt sich bei “Liebe mit offenen Augen” um ein verstecktes Selbsthilfe-Buch, womit ich noch nie etwas anfangen konnte, und hier darf man sich durch seitenlange Texte kämpfen, in denen der im Prinzip selbe Satz fünfundvierzigmal umformuliert wird und eine Gesetzmäßigkeit für Beziehungen festzustellen versucht. Diese Passagen habe ich eigentlich nur mehr überflogen. Ich würde gerne versuchen, noch etwas Positives hervorzuheben – vielleicht interessiert das Buch ja jemanden, der sich für psychologisch-philosophische Ansätze begeistern kann und ernsthaft versuchen will, solche Inhalte auf sein Liebesleben anzuwenden – allerdings ist der Roman rein literarisch meiner Ansicht nach relativ wertlos, da der Plot um den Psychologieteil sehr fragil ist und sich mit Belanglosigkeiten (wie genauen mehrmaligen Erklärungen darüber, wie ein Computer gestartet, eine E-Mail getippt und die Adresse eingegeben wird) herumschlägt und die Charaktere, auch wenn es sich ja um ein hochpsychologisches Buch handelt, sich kaum voneinander unterscheiden und keinen Tiefgang besitzen.

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