Mim | 21. Juli 2008 | 22:07
Markus Zusak:

»Der Joker«

»Der Joker«

Genre: Drama & Trauriges, Thriller & Krimis
Orginaltitel: “The Messenger” #au
Seitenzahl: 444 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2003
Mims Bewertung: 5*
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Ed Kennedy ist neunzehn Jahre alt und nicht unbedingt zufrieden mit dem, was er bisher in seinem Leben erreicht hat. Unter seinen Geschwistern ist er der Versager, was auch seine Mutter ihn immer wieder spüren lässt, er ist unglücklich in seine beste Freundin verliebt und nachdem er die Schule abgebrochen hat, arbeitet er jetzt als Taxifahrer – eigentlich illegal, da man dazu zwanzig Jahre alt sein müsste. Sein Leben nimmt jedoch eine abrupte Wende, nachdem er bei einem Banküberfall dabei war und den Räuber gestellt hat – kurz darauf findet er in seinem Briefkasten ein Kreuz Ass, auf dem ein paar Adressen stehen. Als er diese besucht, trifft er Leute an, die auf schockierende Weise leben müssen oder einfach nur Probleme haben, die sie selbst nicht lösen kann – und Ed bemerkt, dass es seine Aufgabe ist, ihnen zu helfen. Mit jedem Ass, das er bekommt, muss er neuen Menschen helfen – und er bemüht sich, diese Aufgaben zu erfüllen, wie er es noch nie zuvor getan hat.

“Der Joker” ist eines der Bücher, denen ich ohne zu zögern und lange nachzudenken fünf Sterne geben muss – weil es das einfach verdient hat. Da ich aber eine Rezension schreibe, muss ich doch ein wenig darauf eingehen, warum.

Dieses Buch ist auf gewisse Art ein Thriller. Es geht um Verbrechen, um Schicksale, es ist verdammt spannend. Aber hier ist kein Killer notwendig, der sich eine perverse Art und Weise ausdenkt, um zu morden, sondern ganz alltägliche Sachen, wie sie, besonders in einer Gegend wie der von Ed, tagtäglich passieren. Manche sind schlimmer, manche wirken wie Lappalien, und gerade deshalb ist es vielleicht wert, sich darum zu kümmern. Man bemerkt im Laufe des Buches, dass Ed nicht so ein Versager ist, wie er von sich selbst glaubt – er hat Mut, er hat Zivilcourage, er denkt nicht nur an sich allein. Trotz der schwierigen Situationen, die vorkommen, kommt dieses Buch ohne komplizierte, lange Moralfragen aus – auch wenn es darum geht, ob es okay ist, einen Jungen zu verprügeln, um ihn einer Realitätsprüfung zu unterziehen, oder ob man unter einer falschen Identität eine alte Frau besuchen sollte, wenn es sie glücklich macht – sondern lässt den Protagonisten einfach handeln, auf eine Weise, die man sicher nicht jedem zutraut, aber die immer wie die beste Entscheidung wirkt. Es gab rührende Szenen, traurige und dann wieder wunderschöne, und von vorne bis hinten blieb es spannend, was der kreativen und durchdachten Handlung und dem liebenswerten Hauptcharakter zu verdanken ist.

»Liebe mit offenen Augen« »Bis ich dich wiedersehe«


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