Mim | 27. January 2008 | 20:01
Mark Haddon:

»Der wunde Punkt«



Genre: Drama & Trauriges, Liebe & Beziehungen
Orginaltitel: “A Spot Of Bother” #uk
Seitenzahl: 447 (Hardcover)
Erscheinungsjahr: 2006
Mims Bewertung: 4*

Die Familie Hall mag auf den ersten Blick ganz normal scheinen, aber jedes der vier Familienmitglieder hat so seine Probleme. Katie, die Tochter, verkündet, zum zweiten Mal heiraten zu wollen, worauf die ganze Familie skeptisch ist und Katie sich letztendlich selbst nicht mehr so sicher ist, ob sie Ray wirklich heiraten will. Jean, die Mutter, hat eine Affäre mit einem Arbeitskollegen ihres Mannes und nicht so wirklich einen Plan, wie das weitergehen soll. Der Sohn, Jamie, hat mit der Trennung von Tony zu kämpfen (und nebenbei damit, dass seine Eltern noch immer nicht besonders locker mit seiner Homosexualität umgehen). Und letztendlich der Vater, George, ist nach der Entdeckung eines Ekzems auf der Hüfte – das er fest überzeugt für Krebs hält – nahe dran, an seinen Ängsten verrückt zu werden…

Man gewinnt die Charaktere, zwischen deren Perspektiven laufend gewechselt wird, schnell lieb und fiebert mit ihren Problemen mit. Besonders George, der sich immer mehr in seine Ängste hineinsteigert – ich wusste schon aus “The Curious Incident of the Dog in the Nighttime” (“Supergute Tage”), dass Mark Haddon Leute gut schreiben kann, die – nun ja – psychisch ein wenig verwirrt sind. Auch hier beschreibt er die Verzweiflung so authentisch, dass man richtig Mitleid mit George hat. In diesem Roman kommen nicht nur 08/15-Krisen vor – das ganz große Chaos bahnt sich durchaus an, um am Ende wieder abzuflauen. Ich fand alle Situationen und Personen sehr glaubhaft dargestellt, und auch wenn die Idee zur Handlung nicht nach etwas Großartigem klingen mag, bietet sie Haddon sehr viel Spielraum, seine Kenntnisse über die menschliche Psyche zu zeigen…

»Wir müssen über Kevin reden« »Der Schatten des Windes«


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