»Wir müssen über Kevin reden«
Genre: Drama & Trauriges, Politik & Gesellschaft Orginaltitel: “We Need to Talk About Kevin”
Seitenzahl: 560 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 2003
Mims Bewertung:
Kevin hat, kurz vor seinem sechzehnten Geburtstag, eine furchtbare Gewalttat begangen. Er hat in der Schule mehrere Menschen getötet und verletzt. Eineinhalb Jahre später richtet seine Mutter Eva sich in Briefen an ihren Ehemann Franklin, in denen sie das Familienleben von vorne bis hinten analysiert. Kevins Kindheit, ihre Schwierigkeiten, ihn als ihren Sohn zu lieben, die Polarisierung, die Eva und ihr Mann in der Erziehung erlebt haben. Hätte sich jener Donnerstag verhindern oder wenigstens voraussehen lassen? Oder hätte sich die Ehe von Franklin und Eva retten lassen? Und vor allem: Warum?
Meine einzigen anfänglichen Zweifel, dass das Buch vielleicht auf Dauer durch die Länge und den verschachtelten Stil langweilig werden könnte, sind bald verflogen. Stetig erfährt man weitere Details über die facettenreich ausgearbeiteten Charaktere, besonders natürlich Kevin (den man fast bewundert, wenn vielleicht auch nicht auf positive Weise), man lernt, Evas Sichtweise des Ganzen nachzuvollziehen, und stellt sich die Frage, ob man sie als schlechte Mutter verurteilen oder mit ihr mitfühlen soll (gegen Ende tendierte ich zu Zweiterem). Das Buch ist weniger Nachgetrauere und Gejammer, es scheint eher ein Versuch zu sein, zu analysieren, wie es so weit kommen konnte, was Anzeichen hätten sein können, dass Kevin zu so einer Tat fähig wäre – wenn ein Elternteil wirklich in der Lage wäre, diese aufzunehmen. Ein von vorne bis hinten fantastischer Roman.









