Mim | 22. September 2007 | 14:09
Sigmund Freud:

»Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben«

»Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben«

Genre: Politik & Gesellschaft, Sachbuch
Orginaltitel: #aut
Seitenzahl: 169 (Paperback)
Erscheinungsjahr: 1980
Mims Bewertung: 3*
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Der kleine Hans entwickelt in seinem fünften Lebensjahr plötzlich eine Phobie: er möchte nicht mehr zum Spazierengehen hinausgehen, weil er fürchtet, ein weißes Pferd könnte ihn beißen. Diese Angst wandelt sich im Laufe der Zeit auch: dazu kommt die, dass die Pferde umfallen würden, weil sie so große Wägen ziehen. All diese Ängste haben ihre Wurzel natürlich in etwas ganz Anderem, was im Laufe einer Krankengeschichte ausführlich analysiert wird.

Ich dachte, es wäre bestimmt einmal interessant, so etwas zu lesen, und habe mir dieses Buch im Freudmuseum in Wien gekauft. Natürlich liest diese Analyse sich nicht wie ein gewöhnlicher Roman. Hier merkt man wieder einmal, wie komplex die menschliche Psyche ist und auf wie viele Umwege eine Phobie entsteht. Man erfährt, dass der kleine Hans einen Gefühlskonflikt hegt, weil er den Vater auf der einen Seite liebt, auf der anderen Seite hasst oder als Konkurrenten um die Mutter ansieht, und dieser unterdrückte Hass wird auf dieses Pferd projiziert. Teilweise ist es nicht ganz leicht, dem Ganzen überhaupt zu folgen, vor allem, da sich später zur Ausweitung der Phobie noch andere Aspekte gesellen. Und ab und zu wird es auch ein bisschen langweilig, vor allem in der Epikrise, wo im Grunde nur alles noch einmal wiederholt wird.

Die Einleitung von Veronica Mächtlinger kann man meiner Meinung nach beim Lesen getrost weglassen, ich fand sie nicht besonders ausschlaggebend, sondern eher langweilig.

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